Das REM

 

Zukünftige Werkstoffprüfer und Werkstoffprüftechniker sollten neben der zerstörenden und zerstörungsfreien Werkstoffprüfung auch den Umgang mit dem Rasterelektronenmikroskop beherrschen und die besondere Charakteristik des Instruments im Vergleich zur Lichtmikroskopie kennen. Zu diesem Zweck wurde eine gebrauchte JEOL T-300 angeschafft, die von der Fa. PointElectronik aus Halle mit modernster Elektronik nachgerüstet wurde. Das Gerät wurde im Keller des Altbaus unseres Stammhauses in der Weißenbacherstraße aufgestellt, da wir dort ideale Verhältnisse messen konnten: Eine fast gleichbleibende Temperatur, kaum Luftfeuchte und Vibrationen und vor allem minimale magnetische Störfelder!

Die Bedienung des Mikroskops und der Bildbearbeitungsoftware DISS erfolgt bis auf die Steuerung des Probentisches auf zwei Bildschirmen menugesteuert, lässt sich leicht bedienen und intuitiv erlernen. Gleiches gilt für SAMx, die Software des EDX.

Im Probenhalter, der mit einem Schwalbenschwanz auf dem euzentrischen Probentisch befestigt wird, können Proben oder metallographische Schliffe bis zu einem Durchmesser von 30mm leicht befestigt werden.

Unser REM besitzt neben dem Detektor für die Sekundärelektronen (3) einen Vierquadrantendetektor für Rückstreuelektronen (1) und einen Port für den Detektor des IDFIX (2).

Um das Vakuum für die Mikroanalyse möglichst sauber zu halten und einen Ölniederschlag am kalten Detektorfenster zu vermeiden, haben wir uns gegen die Diffusionspumpe und für die Turbomolekularpumpe entschieden. Zum Sputtern elektrisch nicht leitender Proben (z. B. Keramik) verwenden wir eine gebrauchte vollautomatische Anlage von Cressington mit Goldtarget und erzielen mit Argon 4.6 als Spülgas einwandfreie Ergebnisse.

Der Vierquadrantendetektor für die Rückstreuelektronen dient zur Erzeugung des Ordnungszahlkontrastes - Elemente mit höherer Ordnungszahl werden heller, Elemente mit niedriger Ordnungszahl werden dunkler dargestellt. Im Bild oben, welches einen Schnellarbeitsstahl im Längsschliff zeigt, kann man so deutlich die Zeiligeit erkennen und Chromkarbide oder Sonderkarbide (hell) von der martensitischen Grundmasse (dunkel) und den Korngrenzen (schwarz) unterscheiden. Der Schliff wurde vor der Untersuchung nicht geätzt, nur poliert.